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News

 

09.10.2016

Bilder + super Rennberichte über das 6h Mtb Rennen in Blaubeuren,

sowie die Mtb-Challenge Illmensee

 

 

25.08.2016

Profilbilder unserer Fahrer wurden aktualisiert

Unsere jährlichen Helfer folgen noch.....

 

24.08.2016

Neue Bilder sind Online

24h Mtb-Rennen in München

 

Bräuhausbude-Cup Orsenhausen

 

19.06.2016

Nicht vergessen:

Bräuhausbude-Cup am 06.07.16 in Orsenhausen

 

12.06.2016

Hauptevents 2016

12.04.2016

Teilnahme an einem Mtb-Fahrtechnikkurs

 

 

Rennbericht vom Engel-Cup in Daugendorf, gefahren und geschrieben von Häbi

 

Um gleich mal eines klar zu stellen: der Engel-Cup ist Kult, traditioneller Saisonabschluss und ich habe meine dritte Teilnahme mehr oder weniger erfolgreich gemeistert. Mehr, weil ich mich wieder um einige Minuten verbessern konnte. Weniger, weil ich den angepeilten Sieg knapp verpasst habe – 245 Fahrer-/innen waren etwas schneller.

 

Aber fangen wir mal ganz von vorne an. Der Engel-Cup sollte mein erster und zugleich auch letzter Renneinsatz 2014 werden. Bei den im Jahresverlauf angepeilten Events hatte ich entweder keine Zeit oder war gesundheitlich nicht fit. So habe ich mich tierisch auf das 45km lange und mit 950 Höhenmetern gespickte Marathonrennen in Daugendorf gefreut.

 

Eine Freude, die sich mit dem täglichen Blick auf den Wetterbericht immer mehr steigerte. Es waren Temperaturen von bis zu 20 Grad angesagt! Wie geil ist das denn? Wann kann man denn Mitte Oktober ein Rennen in kurzkurz absolvieren? Normalerweise steht man im Nebelloch Daugendorf an der Donau schon halb erfroren in den Startlöchern. Mal regnets bei 6 Grad, mal zeigt das Thermometer beim Start schattige 2 Grad an und 2012 musste das Rennen gar wegen Schneebruch abgesagt werden.

 

Massenstart um 11 Uhr. 450 Fahrer, die übliche Nervosität, Gerangel und dann Vollgas – die Post geht ab. Die ersten 3 km verlaufen bolzeben auf einem Radweg. 40 km/h. Nach 2 km kommt die erste kurvige Stelle. Zwei 90 Grad-Kurven kurz hintereinander vor denen bereits am Start gewarnt wurden. Asphalt + Dreck vom Acker + Nässe des Nebels + scharfe Kurve = Schmierfilm = enorme Sturzgefahr. Das heißt, Kurve langsam anfahren und langsam einlenken. Ich war echt langsam, aber doch zu schnell und in der Kurve spürte ich mein Vorderrad wegdriften, hörte ein Ohhhhh der Zuschauer und dann war mir klar, dass ich die Strasse küssen würde. Gott sei Dank war der Sturz glimpflich und ich konnte das Rennen unbeschadet fortsetzen. Leider hatte ich bereits zu diesem Zeitpunkt alle Siegchancen verspielt! Egal.

 

Getreu dem olympischen Motto nahm ich die ersten Anstiege in Angriff, überholte, wurde überholt, lutschte von Zeit zu Zeit Windschatten, schwitzte bei strahlend blauem Himmel und war happy. An der ersten Verpflegungsstelle bei km 19 nahm ich in unwiderstehlicher Rennfahrermanier während der Fahrt einen Becher Wasser in die linke und ne Banane in die rechte Hand. Da sage noch einer, Männer seien nicht multitaskingfähig.

 

Dann das erste Highlight: 350m lang. 24% steil. Man hört den Berg, bevor man ihn sieht. Zuschauer ohne Ende. Kuhglocken und Geschrei. Das Alpe D’Huez von Daugendorf – der WADENBEISSER. Vom Waldweg biegt man „ins Freie“ auf einen Wiesenweg und sieht diese Rampe mitten in der Landschaft. Obwohl relativ kurz und von den Steigungsprozenten durchaus machbar, wirkt der asphaltierte Anstieg doch beeindruckend. Die Zuschauer lassen nur eine schmale Gasse, so dass es tricky ist, nebeneinander zu fahren. Kommt ein Fahrer aus dem Tritt und muss ausklicken, wird’s schwierig auszuweichen. So kann es durchaus passieren, dass man selber schieben darf. Das ist mir 2010 passiert und seitdem schaue ich, dass zum nächsten Fahrer immer genügend Platz ist. So muss ich mir die Schiebeblöße nicht geben und kann durchziehen.

 

Wer denkt, mit dem Wadenbeisser den fiesesten „Berg“ erklommen zu haben, täuscht sich gewaltig. Erst mal geht’s ganz easy weiter. Bei km 30 ein Gel. Dann eine supersteile Schiebestrecke im Wald und kurz danach gibt’s keine Gnade für die Wade. Ein Anstieg, der mir regelmäßig den Stecker zieht. Nicht ganz so steil wie der Wadenbeisser, dafür aber etwa 4 mal so lang. Zäh. An dieser Stelle denke ich mir jedes Jahr aufs Neue, wieso ich mir das antue. Will heulen. Kann aber nicht – sonst sehen das die wiederum vielen Fans an der Strecke. Männer heulen nicht. Ist das Scheißding geschafft, geht’s mehr oder weniger immer wieder rauf und runter.

 

Bei km 33 die zweite Verpflegungsstelle. Und weil ich Fully fahre, nur eine Trinkflasche an Bord habe, diese fast leer ist und ich nicht wie die Pro’s während der Fahrt von ihren Betreuern mit Getränken und Snacks verpflegt werde, muss ich einen Boxenstop einlegen, um zu tanken. Apfelschorle in die Flasche. Ein Becher Cola und ne halbe Banane. Dann geht’s weiter. Noch eine längere Schiebestrecke. Fahren ist unmöglich. Steil, schmierig, dreckig. 2. Gel.

 

Das Ziel ist nicht mehr weit. Im Gegensatz zu den bisherigen Teilnahmen habe ich mir das Rennen dieses Jahr aber sehr gut eingeteilt. Und doch bin ich so langsam aber sicher platt. Noch 8 km. Das ständige Auf und Ab lässt mich leiden wie ein Hund. Auch ist meine Gruppe, mit der ich viele km unterwegs war, weg. Ich kann kein Hinterrad mehr halten. Ich sehne mich danach, das Ende des Waldes endlich zu erreichen. Warum? Weil dann fast nur noch Asphalt kommt und es keine großen Anstiege mehr gibt. Ich frohlocke, als die Abfahrt zum Radweg kommt.

 

Die Freude währt nur kurz, weil mich ein unbändiger Gegenwind erwartet. Und ich allein bin auf weiter Flur. Die Fahrer vor mir kann ich nicht erreichen. Die mich Überholenden sind mir auch zu schnell. Habe keine Körner mehr. Noch 3 km. Ich passiere meine Sturzstelle, die Gott sei Dank abgetrocknet ist und freue mich auf die restlichen Flachkilometer. 2 Std. zuvor bin ich die Passage mit 40 km/h dahingeflogen. Jetzt schaff ich grad mal so die Hälfte. Scheisswind. Meter um Meter geht’s vorwärts bis ich endlich auf die Zielgerade einbiege. Nach 2:18:52 Std. passiere ich den Zielbogen und alle Schmerzen sind vergessen. Ich bin sieben Minuten schneller als bei meiner letzten Teilnahme, habe einen Schnitt von 20,31 km/h (2011 19,54 km/h). Grinse wie ein Breitmaulfrosch. Nur breiter.

 

Gewonnen haben übrigens Hand in Hand über die Ziellinie fahrend Markus Westhäuser (Deutscher Senioren- und Europameister) vom Persis-Racing-Team und Frank Demuth aus Mietingen von Centurion Vaude in 1:33 Std. Was wäre ohne mein Sturz gewesen? Ich darf gar nicht dran denken. Das Podium war so nah…

 

Schnell den Bock waschen, wie immer eingesaut hoch zehn. Dann ein Radler und lecker Spaghetti.

 

Fazit: 388 Fahrer sind klassifiziert. Ich bin auf Platz 246 gesamt. Platz 234 bei den Herren und in meiner AK 68. von 104. Das hört sich erst mal nicht so überragend an. Aber ich bin sehr zufrieden. Die Leistungsdichte hat die letzten Jahre enorm zugenommen. Vor 4 Jahren wäre ich mit dieser Zeit über 100 Plätze besser gewesen – bei damals ähnlichen Bedingungen was die Strecke anbelangt.

 

Was bleibt? Das Gefühl, die Farben meines Teams würdig vertreten zu haben. Das gute Gefühl, dem inneren Schweinehund wieder mal gezeigt zu haben, wer der Herr im Hause ist und die Freude aufs nächste Jahr. Und der unerfüllbare Traum, einmal im Leben auf dem Treppchen zu stehen. Schade, dass die Saison jetzt schon wieder vorbei ist.